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HISTORIE UND HISTÖRCHEN:
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"Wanns nor iwens schee Wetter gibt, wollemer uff die Warte geh, he!" riefen sich früher die Frankfurter zu und meinten damit die Sachsenhäuser Warte, eines der beliebesten Ziele der Spaziergänger, als es noch keine Hochhäuser und keine breiten Autostrassen gab. Von dort oben sah man auf das "bunte Gewimmel" der "geputzten Menschen" hinab, wie es Faust und Wagner bei ihrem Osterspaziergang in Johann Wolfgang von Goethes "Faust" erlebten, von dort oben sah man auf das vom Domturm überragte Gewinkel und Geschachtel der Stadt, auf Frankfurts Pracht und Herrlichkeit hinab, wie es der fünfjährige Friedrich Stoltze auf seinem ersten großen Spaziergang mit seinem Großvater fühlte. |
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In den Jahren 1470/71 wurden Turm und Wehrhof der Sachsenhäuser Warte, so wie wir sie kennen, erbaut. Bereits am Ende des 14.Jahrhunderts war im Zuge der das gesamte reichsstädtische Gebiet umgebenen Landwehr (Graben und Dornenhecke) eine hölzerne Warte in der Nähe Sachsenhausens entstanden, die man 1414 durch eine höher gelegene steinerne Warte ersetzte. Nur zwie Jahre später zerstörte sie der Trierer Erzbischof Werner von Falkenstein, weil er glaubte, sie läge auf Dreieicher Wildbanngebiet. Dank eines Schutzbriefes Kaiser Friedrich III. von 1470 und mit Hilfe militärischer Bewachung konnte der Bau einer neuen Warte auf dem höchsten Punkt der nach Süden führenden Strasse ins Werk gesetzt und vollendet werden. |
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Gemeinsam mit den schon entstandenen Schwestern, der Galluswarte, der Bockenheimer Warte und einem Turm an den Riederhöfen sowie mit der etwas späteren Friedberger Warte sicherte die Sachsenhäuser Warte die Bevölkerung Frankfurts vor den Übergriffen der Untertanenbenachbarter Herren. Von ihr konnte man den Verkehr auf den in die Stadt führenden Reichsstrassen beobachten und die auf den Feldern und in den Weinbergen arbeitenden Menschen wie auch die Bewohner in der Stadt vor Gefahren warnen.
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Dreimal war die Sachsenhäuser Warte kriegerichen Stürmen ausgesetzt. Den ersten Sturm in der Fehde der Stadt Frankfurt mit Franz von Sickingen 1519 überstand sie unbeschadet. Beim zweiten Angriff 1552 während des Schmalkaldischen Krieges zeigte sich schon, daß sie - wie auch der gesamte Landwehr - den großen Heeren nicht gewachsen war; Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg brannte die Sachsenhäuser Warte nieder.
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Sie wurde zwar wieder aufgebaut, doch ihr Wert als Verteidigungsbau war geschwunden. Sie diente fortan nur noch als Beobachtungsposten und als Sammelstelle für den aus Süden nach Frankfurt strömenden Verkehr.
1767 wurde von Andreas Liebhardt ein spätbarockes dreiteiliges Gebäude errichtet für die Geleitsherren, die den Zug der Nürnberger Kaufleute zur Frankfurter Messe empfingen und nach altem Herkommen in die Stadt geleiteten, sowie für den Wartmann und den Förster bzw. später für den Frankfurter Oberforstmeister. Im zweiten Weltkrieg blieben von diesem Gebäude nur die Mauern des Erdgeschossses stehen, während der Turm die Angriffe fast unversehrt überstand. |
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